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halbieren. Ich begann mit dem Betablocker.
In der Reha erfuhr ich, dass die sogenannte Weltgesundheitsorganisation
1983 den Grenzwert für Bluthochdruck von 160 auf 140 reduziert hat. Vom
einen auf den anderen Tag waren plötzlich 50 Prozent aller über 50-Jährigen
krank! Ich war nun gespannt, welche Auswirkungen die erste Halbierung ha-
ben würde ... keine. Nach sechs Wochen hatte ich die gleichen Blutdruckwer-
te. Also kam jetzt der ACE-Hemmer dran. Auch nach erneuten sechs Wochen
waren die Werte unverändert. Nach diesen zwölf Wochen wurde ein zusätzli-
ches Langzeit-EKG (24 Stunden) gemacht, da mir der Kardiologe weismachen
wollte,   dass   meine   Herzrhythmusstörungen   jederzeit   wieder   ausbrechen
könnten, wenn ich keine Medikamente nehme. Ich hatte wohl schon viele
Jahre vor der Operation solche Störungen. Mein Herz war aufgrund der un-
dichten Herzklappe und der daraus resultierenden Herzschwäche riesig groß
geworden. Man konnte es schlagen sehen und auf einen Meter Abstand hö-
ren. Meine Frau sagte, dass regelmäßig ein Herzschlag fehlen würde. In der
Operation wurden vom Chirurgen Präventivmaßnahmen vorgenommen, die
eine 50-prozentige Erfolgswahrscheinlichkeit erwarten ließen, dass die Herz-
rhythmusstörungen nicht wieder auftreten würden. Das erste Langzeit-EKG
brachte ein völlig normales Ergebnis ohne eine besondere Form von Rhyth-
musstörungen. Das war der Startschuss für die letzte Runde. Ich setzte den
Betablocker ab, wartete sechs Wochen ... leichtes Ansteigen der Blutdruck-
werte,   endlich   war   ich   wieder   auf   meinen   gewohnten   Blutdruckwerten
120/80 und Puls 80. Dann setzte ich den ACE-Hemmer ab ... ohne Auswir-
kungen. Wir führten ein zweites Langzeit-EKG durch. Diesmal  waren  die
Messergebnisse sogar überdurchschnittlich gut.

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