8.2 Umsetzungsfahrplan erstellen Seite 102

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Krankenschwester, wollte die Bettwäsche wechseln und sagte zu mir: „Herr
Doktor Hellmann, Sie könnten mir einen Gefallen tun und mir meine Arbeit
erleichtern, wenn Sie sich aufrichten könnten.“ Ich verstand die Frage zu-
nächst nicht, griff den grauen, dreieckigen Griff über mir und richtete mich
auf. Dieser zweite Schritt, nach dem Aufwachen aus der Narkose, war für
mich so klein, dass ich erst später verstand, dass es der zweite Schritt war. Ich
war nämlich der einzige Patient auf der Intensivstation, der das ohne fremde
Hilfe konnte. Die anderen Patienten (aus der Risikogruppe) brauchten dazu
zwei bis drei Helfer.
Wie funktionierte meine Umsetzung?
Am 01.07.2013 hatte ich meine zweite Kontrolluntersuchung bei einem neuen
Kardiologen. Ich verwendete den  Trick: twei Experten  fragen und unter-
schiedliche Meinungen erhalten. So kam es, dass der neue Kardiologe das
Blutverdünnungsmittel, das der alte Kardiologe ständig verschreiben wollte –
„sicherheitshalber“, wie er sagte, in vierzehn Tagen absteuerte. Dabei hatte
dieses Medikament die schlimmsten Nebenwirkungen von den vier mir  sonst
noch verschriebenen. Eine weitere gute Botschaft war, dass ich nicht mehr
mit Pulsuhr trainieren müsse und ich mich wieder voll belasten könne. Ein
Stimmchen in mir warnte mich jedoch und empfahl mir, das Tempo nicht zu
erhöhen. Ich hatte seit der Reha meinen maximalen Trainingspuls nur um
zehn Millimeter Quecksilbersäule pro Monat erhöht und war erst im Juli bei
120/80 angelangt, was meinem früherer Ruhepuls entsprach.
Ich erhielt meinen ersten Rückschlag. Ich erkundigte mich, wann ich denn
den Betablocker und den ACE-Hemmer absetzen könne. Der Arzt antwortete:
„Niemals, Sie müssen die Medikamente lebenslang nehmen. Es sind nur ho-
möopathische Dosen.“ Ich entschied mich, erst einmal klein beizugeben, und

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